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Ausbau der Donau, warum eigentlich? Die ca. 70 km von Straubing nach
Vilshofen sind meiner Meinung nach, nautisch gesehen, am schwierigsten
zu fahren. Außerdem kann eine ausreichende Abladung nur sehr schwer,
bzw. gar nicht, erreicht werden. Eine große Unfallgefahr stellen
die ca. 38 Engstellen zwischen Straubing und Vilshofen dar. Außerdem
kann es Fahrzeitverzögerungen bis zu 2 Stunden bedeuten. Durch
Fehleinschätzungen der Fahrgeschwindigkeit entstehen gefährliche
Situationen, die leicht zu Havarien führen können. Bei Begegnungen
kommt es, wegen zu geringer Fahrwasserbreite und - tiefe, immer wieder
zu Grund-Berührungen. Das führt des öfteren zu Festfahrungen oder
schweren Havarien. Wie ist die Abladesituation am Rhein? Der
Rhein hat eine viel größere Wasserführung als die nichtausgebaute
Donau; der Bodensee dient als natürlicher Ausgleichsspeicher. Am
Oberrhein war die Problematik ähnlich wie an der oberen Donau, wurde
aber dann durch Staustufen gelöst. Wie kalkuliere ich die Abladetiefe meines
Schiffes, wenn ich von den Rheinmündungshäfen zur Donau fahre?
Bei den 3,5 Fahrtagen auf dem Rhein weicht die mögliche
Abladetiefe in der Regel nur um einige cm ab. Die 5 Fahrtage auf dem Main
sind unproblematisch, da durch Stauregelung 2.50m
Fahrwassertiefe garantiert sind. Im Moment wird der Main sogar auf 2.90m
vertieft. Auf der Engpassstrecke der Donau von
Straubing nach Vilshofen ist jedoch die Abladung meines Schiffes
langfristig nicht zu planen, da die Wasserstände auf der Donau
stark schwanken. Am Richtpegel Pfelling sind Wasserstandsschwankungen
von 30 cm innerhalb eines Tages keine Seltenheit. Die gleichen Probleme
treten auf der Fahrt von z.B. Budapest zurück zu Main oder Rhein, auf.
5 Fahrtage von Budapest nach Straubing lassen keine sicher kalkulierbare
Abladung zu. Für die Strecke Straubing - Vilshofen kann max. 2 Tage
vorher eine sichere Abladung bestimmt werden. Um nicht das Risiko einer
Leichterung eingehen zu müssen, wird in der Regel nur 1,80m abgeladen,
in den Sommermonaten sogar nur 1,60m. Daher ist auf der Donau die
Konkurrenzfähigkeit zu den anderen Verkehrsträgem äußerst schwierig. Die hohen Donau-Wasserstände der letzten
9 Monate sind sicher eine Ausnahme. Wären sie die Regel, brauchte sich
niemand über den Ausbau Gedanken zu machen! Wie kann ich die Bevölkerung zu einer
positiven Einstellung zum Donauausbau gewinnen? Man müsste den Anwohnern anbieten, aktiv
an der Planung mitzuwirken. Beim Bau der Staustufe Freudenau in Wien
wurden Wettbewerbe ausgeschrieben, Ideen aufgenommen, Rundfahrten
angeboten, und in einem Gebäude wurde der Interessierte über den Stand
der Planung informiert. Was hat der Donauanwohner vom Ausbau? Wer
keine Vorteile hat, ist auch schwer vom Ausbau zu überzeugen.
Industrieansiedelungen an hochwassersicheren Uferbereichen mit eigener
Schiffslände könnte bestimmt so manche Gemeinde umstimmen! Eine
Schiffsanlegestelle würde sicher auch einige Kreuzfahrtschiffe
verlocken, anzulegen. Es könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Selbst nach einer positiven Entscheidung
für den Donauausbau im Jahr 2000, werden sicherlich noch einige Jahre
vergehen, bis die ersten Bagger mit ihrer Arbeit beginnen. Deshalb müsste
es dann meiner Meinung nach kurzfristig möglich gemacht werden, die größten
Probleme zu beheben. Die Eisenbahnbrücken in Deggendorf und Bogen sind
zur Zeit sehr große Hindernisse für Autotransporter und
Containerschiffe. Durch relativ einfach Konstruktion wäre es möglich,
eine Brücke hydraulisch zu heben, wenn ein Schiff durchfahren muss.
Dies hat sich z.B. im Hafen Neuss bestens bewährt. In Holland kennt man
an den Nebenflüssen eigentlich nur bewegliche Brücken. Außerdem müsste die Fahrrinne besser
gekennzeichnet werden. Das ermöglicht dem Schiffsführer eine leichtere
Steuerung bei Nacht und Nebel und der gute Ruf als sicherster Verkehrsträger
wäre garantiert! Es muss bei jeder Situation gefahren werden können,
denn auch in der Binnenschifffahrt ist „Just in time" längst
eine Selbstverständigkeit. Besuchen Sie auch mal unsere andere
Homepage. Unter www.Forum-Binnenschifffahrt.de
können Sie auch mal selbst was los werden. Noch ein Tipp zum Schluss: Fahren
Sie mal ins Altmühltal und bilden Sie sich eine eigene Meinung, ob oder
wie die Landschaft durch den MDK zerstört wurde. Es ist bewiesen, dass
die Natur sich dort regeneriert hat, eventuell noch wertvoller geworden
ist. Auch die Bevölkerung ist inzwischen überwiegend der Meinung, dass
die Attraktivität des Altmühltals gestiegen ist. Albrecht Scheubner, Partikulier "MS Jenny" |
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