Das Schifferkinderhaus Minden

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Schifferkinderhaus
. . .  wir stellen uns vor:

Wir, das sind die Schifferkinder und Betreuerinnen aus dem Schifferkinderhaus Salem Köslin Minden. Im März 1998 sind wir Schifferkinder in die Kinderheimat, Kuhlenstraße 73 eingezogen. Zuerst waren wir viele, denn mit uns haben noch einige Landkinder im Haus gewohnt. Doch seit 1998 leben dort nur noch Schifferkinder. Zur Zeit sind wir neun Kinder aus sechs Familien. Die Jüngste ist acht Jahre alt, die beiden Ältesten bereits 16.
Im Grunde verstehen wir uns gut. Manchmal gibt es, wie überall, kleinere Reibereien. Dann üben wir halt mal Streiten. Wo auch sonst, wenn nicht hier?!

Unser Tagesablauf sieht ungefähr so aus:
Um halb sieben werden wir geweckt. Erstaunlich, wie frisch unsere Erzieher dann schon sind; das liegt sicher am Kaffee! Wenn wir uns dann aus dem Bett geschleppt haben, gucken wir, ob der Tisch schon gedeckt ist. Frühstückstisch decken ist eines der „Ämter“, die jeder von uns wöchentlich als Aufgabe hat.
Nach dem Frühstück gehen wir zur Schule. Unsere Schulen liegen alle ziemlich nah, so dass wir keine weiten Wege haben und niemand mit dem Bus fahren muss.
Wenn wir aus der Schule kommen, essen wir alle gemeinsam zu Mittag. Danach wird die Küche aufgeräumt und dann geht es an die Hausaufgaben. Leider . . . , denn wir finden Hausaufgaben „lästig“, aber es muss ja sein! Hilfe und Beistand kriegen wir von den Erwachsenen, zu denen wir mit Fragen kommen können und die auch unsere Aufgaben nachsehen. Meist üben einige von uns dann noch Vokabeln. Die Betreuer kennen unsere Lehrer und reden regelmäßig miteinander.
Wenn wir mit den Hausaufgaben fertig sind, haben wir Zeit für all das, was wir gern machen möchten. Also, zur Tanzschule gehen, zum Reitunterricht gehen, im Internet surfen, draußen toben, Freunde treffen, bummeln gehen, kickern, oder einfach nur zusammen Spaß haben. Einige gehen auch zum Konfirmandenunter-richt oder man hat an dem Tag Zimmerputz; das machen wir nämlich selbst!
Um sechs gibt es Abendessen, für das auch immer einer von uns verantwortlich ist. Wir essen wieder alle zusammen und lassen uns richtig schön Zeit. Nach dem Abendessen werden dann die restlichen Ämter erledigt. Dann haben wir noch immer Zeit, um z. B. fern zu sehen, mit den Erwachsenen zu spielen oder nur gemütlich zusammen zu sitzen.  Die Jüngeren müssen natürlich eher ins Bett als die „Großen“. Das ist ja nur gerecht.
Ab und zu machen wir Ausflüge, z. B. in den Zoo, Schwimmen, Schlittschuhlaufen oder andere Sachen, auf die wir Lust haben. So was wird immer an unseren Gruppenabenden besprochen, die ungefähr einmal im Monat sind.
Und einmal im Jahr fahren wir mit der Gruppe in die Ferien. Im letzten Jahr waren wir eine Woche in Bulgarien. Das war total klasse!

Übrigens hat fast jeder von uns ein eigenes Zimmer, das wir uns so gestalten können, dass wir uns wohlfühlen, denn das ist ja wichtig, wenn wir schon nicht bei unseren Eltern sein können. Da wären wir nämlich am liebsten, weil dort unser Zuhause ist, aber das geht ja nicht, weil wir zur Schule gehen müssen. So oft es geht, sind wir an Bord, also an Wochenenden und vor allem in den Ferien. Manchmal ist es schwer, dann wieder hier zu sein, aber hier ist immer etwas los, so dass man sich schnell wieder wohl fühlt.
Unsere Eltern und die Betreuer sprechen ganz oft miteinander, wie es uns geht, was in der Schule so läuft, usw. So sind immer alle gut informiert.

Wir hoffen, dass unser kleiner Einblick in unser Haus gefallen hat, und grüßen alle, die von uns gelesen haben.

Die Kinder und Jugendlichen des Schifferkinderhauses Minden

 

 

Izurück